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Kapitel 14

Etwas kitzelte sie an der Nase und Lynn musste niesen. Sie hörte Zain amüsiert kichern und schlug müde die Augen auf. Er hielt eine weiße Feder in der Hand und strich damit wieder über ihre Nase. Sie rümpfte die Nase und rollte sich schnaubend zusammen.

»Hey du kleine Katze, es ist Zeit zum Aufstehen.« ,sagte er vergnügt.

Sie streckte sich wieder und gähnte einmal herzhaft. Zain neben ihr richtete sich im Bett auf und sah sie einen Moment ruhig an. Verwundert über diesen Blick setzte sie sich auch auf und blickte in seine dunklen Augen.

»Was ist los?« ,fragte sie leise.

Er schüttelte nur lächeln den Kopf, ehe er aufstand und im Badezimmer verschwand. Lynn sah ihm kurz hinterher, dann stand sie ebenfalls auf und verließ sein Zimmer. Irgendetwas hatte ihn beunruhigt, dass hatte seine Mimik nicht gut genug verbergen können. Als sie den Griff zu ihrer Zimmertür hinunter drückte, sprang ihr plötzlich etwas großes weißes vom inneren des Zimmers entgegen. Sie verlor ihr Gleichgewicht und fiel stöhnend auf den Boden, während eine blaue Zunge ihr Gesicht abschleckte.

»Bäh, Bosco hör auf.« ,sagte sie und versuchte sich unter dem riesigen Eisbär zu verteidigen.

Er war riesig geworden, wuchs er denn immer noch? Bosco setzte sich in den Türrahmen und sie stand langsam auf. Ihr Kopf brummte und Bosco legte den Kopf schief.

»Ja, das ist deine Schuld.« ,sagte sie und quetschte sich an ihm vorbei in ihr Zimmer.

Bosco verließ den Platz im Türrahmen und trottete an ihr vorbei in sein Körbchen, welches er nun völlig ausfüllte. Es war erschreckend, dass er innerhalb eines Tages solche Wachstumsschübe hatte. Sie schloss die Tür und trat an ihren Kleiderschrank. Sie wusste eigentlich sofort welches Kleid sie anziehen würde und grinste breit.
Sie kämmte sich gerade die Haare, als es an der Tür klopfte und Zain eintrat. Sie legte die Bürste beiseite und blieb einige Meter vor ihm stehen.

»Gefällt es dir?« ,fragte sie und drehte sich einmal.

Er kam auf sie zu und berührte die Silberkette mit dem Herz, welche er ihr genauso wie das Kleid bereits letzte Woche geschenkt hatte.

»Es ist das erste Mal, dass du sie trägst.« ,sagte er lächelnd.

Sie nickte und griff nach seiner Hand. Dann stützte sie ihren Kopf an seiner Schulter ab und holte einmal tief Luft. Dann lächelte sie ihn an und zog ihn an der Hand aus ihrem Zimmer. Sie schlenderten ruhig die Treppen hinunter und erreichten dann das Wohnzimmer. Nicolo und seine Familie blickten auf und als sie Lynn erkannten, war die Freude groß. Sie wurde herzlich umarmt und gedrückt und Lynn fühlte sich für einen Augenblick wie ein kleines Mädchen. Sigurd sah dem Geschehen mit einiger Entfernung zu und nickte ihr bloß zu. Sie lächelte ihn an und nachdem Aaron sie endlich wieder los gelassen hatte, trat sie zurück neben Zain.

»Wir haben uns so Sorgen um dich gemacht.« ,sagte Rosette mit zittriger Stimme.

»Es tut mir Leid, dass ich euch Sorgen bereitet habe, aber ich bin hart im nehmen. Mich bekommt man nicht so schnell klein.« ,sagte sie grinsend.

Zain legte ihr eine Hand auf die Schulter und sie blickte zu ihm auf. Er lächelte sie an und sie schenkte ihm ein Lächeln. Rosette klatschte plötzlich in die Hände und Lynn sah sie überrascht an.

»Jetzt da ihr zwei ein Paar seid, werde ich eine Fotographie von euch machen.« ,sagte sie begeistert.

»Oma bitte.« ,flehte Zain.

»Keine Ausreden Zain. Du weißt wie ich zu solchen Dingen stehe. Na los stellt euch hin.«

Lynn runzelte die Stirn, als Rosette plötzlich eine alte Kamera in den Händen hielt. Wann hatte sie diese hervorgeholt? Zain neben ihr schnaubte schwer und legte seinen rechten Arm um ihre Taille. Lynn sah noch einmal zu ihm auf und lächelte dann in die Kamera. Der Blitz leuchtete kurz auf, dann verschwand Rosette aus dem Wohnzimmer. Arvid und Aaron liefen ihr hinterher und Nicolo schnaubte schwer in seinem Sessel.

»Du darfst es ihr nicht übel nehmen Lynn. Sie macht gerne Porträts und besonders oft hat sie dazu nicht die Möglichkeit. Zain du kommst übrigens gleich mit. Wir haben ein paar Dinge zu klären und ich will zurück sein, bevor es dunkel wird.« ,sagte Nicolo bestimmend.

Zain nickte und Lynn schluckte schwer. Sie hatte sich zuvor nie Sorgen gemacht, wenn er mit Nicolo und Sigurd weg war, aber plötzlich hatte sie ein ungutes Gefühl. Bevor sie etwas zu Zain sagen konnte, kamen die Zwillinge und Rosette bereits wieder zurück. Rosette hielt ein Bild in den Händen und lächelte ihr breit zu. Hatte sie das Foto etwa bereits entwickelt? Wahrscheinlich hatte sie es mit Magie gemacht, anders konnte Lynn es sich nicht erklären.

»Es ist wirklich sehr schön.« ,sagte sie beinah kichernd und überreichte es ihr.

Lynn betrachtete das Bild. Sie lächelte breit in die Kamera, während Zain diese coole Gelassenheit ausstrahlte. Doch irgendwie kam ihr das Bild bekannt vor. Verwirrt runzelte sie die Stirn und dachte angestrengt nach, irgendwo hatte sie ein ganz ähnliches Bild gesehen. Dann endlich fiel es ihr wieder ein und sie hielt es neugierig Zain entgegen. Ob er die Ähnlichkeit auch bemerken würde? Er nahm es lächelnd entgegen und sie spürte wieder seinen Arm um sie legte und sie an sich zog.

»Es ist wirklich hübsch. Überlässt du es mir?«

»Sicher.« ,sagte Rosette vergnügt.

Aaron musterte sie und zupfte dann an ihrem Ärmel. Sie blickte ihn an und wuschelte ihm durch die Haare.

»Was ist los? Gefällt dir das Foto nicht?« ,fragte Aaron verwundert.

»Es ähnelt sehr einem anderen Foto, darüber war ich für einen Augenblick erstaunt.«

Plötzlich schrie Rosette auf, aber sie schlug sich direkt die Hände vor den Mund und starrte sie mit großen Augen an. Dann ohne ein Wort zu sagen, ging Rosette besorgt auf und ab. Nicolo stand besorgt auf und versuchte sie zu beruhigen.

»Was hat sie?« ,fragte Lynn besorgt.

Rosette kam auf sie zu, die Augen vor Sorge weit aufgerissen und fasste sie am Oberarm.

»Ich weiß welches Bild du meinst Lynn, aber dir wird nichts passieren. Entschuldige wenn ich dich so erschrecke, aber ich habe dieses eine Bild als Totenbild in Erinnerung. Es ist nur wenige Tage vor diesem schrecklichen Tag gemacht worden. Ach was rede ich wieder da? Ich mache dir unnötig Angst. Ich gehe jetzt in die Küche.« ,entschuldigte sie sich und verschwand.

Lynn sah ihr nach und holte einmal schwer Luft. Zain sah sie fragend an und auch die anderen schienen ratlos zu sein. Lynn lächelte bloß und winkte ab.

»Nicht so wichtig. Was sollen wir heute machen?« ,fragte sie die Zwillinge.

Arvid wollte gerade antworten, als Nicolo ihn unterbrach und Lynn ernsthaft ansah.

»Welches Bild meint ihr beiden Frauen?« ,fragte er eindringlich.

Lynn seufzte schwer und strich sich eine Strähne hinter die Ohren. Dann blickte sie zu Zain und er blickte auf das Bild in seinen Händen hinunter und schüttelte unglaubwürdig den Blick.

»Oma meint das Bild von Mutter und Vater.« ,sagte er kopfschüttelnd.

»Ah dieses Frauenzimmer. Rosette, warum malst du immer den Teufel an die Wand?« ,fragte Nicolo schnaubend und strich sich über den weißen Bart.

Arvid nahm Zain das Bild ab und Aaron lugte ebenfalls auf das Bild. Dann sahen die Zwillinge sie an und nickten dann.

»Es sieht dem Bild wirklich ähnlich.« ,sagte Aaron leise.

»Ähnlich und das ist alles. Ein Bild kann kein böses Omen sein.« ,sagte Nicolo schnaubend und entwendete den Zwillingen das Bild.

Dann scheuchte er die beiden Richtung Esszimmer und Zain folgte Nicolo, wahrscheinlich um das Foto zu retten, bevor Nicolo es zerriss.
Lynn blieb mit Sigurd zurück und verschränkte die Arme vor der Brust. Er sah sie ruhig an und blickte dann aus dem Fenster.

»Ich weiß, was du fragen wirst.« ,sagte er ruhig.

Lynn trat neben ihm ans Fenster und blickte in die verschneite Landschaft.

»Woher wusstest du von Aislinn?« ,fragte sie ruhig.

»Ich hatte öfters mit ihr in der Vergangenheit zu tun, sie ist eine sehr hartnäckige Gegnerin.« ,antwortete Sigurd ruhig.

»Warum meinst du, haben sie mich verschont?«

»Du bist eine Elfin. Ja ich wusste es, wahrscheinlich noch vor Zain. Ich weiß nicht warum sie dich genau verschonten. Vielleicht hat dein Name sie davon abgehalten.«

»Du glaubst doch nicht, dass sie denken, ich wäre die Lynn, die Zains Mutter ermordet hat?« ,fragte sie geschockt.

»Nein das nicht, aber ein solcher Name wird für gewöhnlich nicht ausgesucht sondern vererbt. Wie hieß deine Mutter?« ,fragte er plötzlich.

»Lysandra.« ,antwortete sie leise.

»Der selbe Wortstamm. Sie denken wahrscheinlich du bist mit dieser einen Lynn verwandt.«

»Aber das ist unmöglich. Meine Großmutter ist keine Elfe, sie ist eine alte Frau.«

»Da hast du Recht. Du hattest einfach Glück Lynn.« ,sagte er.

»Darf ich dich etwas fragen?«

Er nickte und Lynn holte einmal tief Luft, bevor sie die Worte in ihrem Kopf zu Recht legte und dann Sigurd ansah.

»Du gehörst der Magesfamilie nicht an, trotzdem hast du magische Fähigkeiten. Warum?«

Sigurd grinste und seufzte dann plötzlich. Sein Blick lag weit weg und er räusperte sich plötzlich.

»Ich bin ein Elf.« ,sagte er ruhig.

Lynn starrte ihn an, das konnte nicht sein. Er hatte keine blaue Haut so wie diese Elfin.

»Du siehst nicht aus wie ein Elf.«

»Wenn man lang genug dem Wald fern ist, verändert man sich.«

»Was machst du dann hier? Wieso bist du nicht bei den anderen Elfen?«

»Ich habe einen Schwur geleistet. Ich bin der Beschützer dieser Familie und das werde ich auch immer bleiben.«

»Aber wie kannst du gegen dein eigenes Volk kämpfen?« ,fragte sie kopfschüttelnd.

»Wieso führen die Menschen Krieg gegeneinander?« ,fragte er barsch und entfernte sich von ihr.

Lynn stolperte ihm nach und stellte sich ihm in den Weg. Er sah sie kühl an und Lynn fasste all ihren Mut zusammen.

»Aislinn hat gesagt, dass meine Kräfte sich wieder aufbauen. Kannst du mir beibringen sie zu kontrollieren?«

»Wieso fragst du nicht Zain? Er hat dieselbe Begabung.«

»Aber er ist kein Elf.«

Sigurd beugte sich plötzlich zu ihr hinunter und sah sie eindringlich mit seinen schwarzen Augen an. Lynn schluckte schwer und ihr Atem wurde schneller.

»Versuch es nicht auf diesem Weg Lynn. Nur weil ich ein Elf bin, heißt das nicht, dass ich Verpflichtungen dir gegenüber habe.«

Er richtete sich wieder zu seiner vollen Größe auf und trat an ihr vorbei ins Esszimmer. Lynn blieb zurück und starrte aus dem Fenster. Dann erkannte sie plötzlich eine blaue Gestalt mitten in der Landschaft und sie trat näher ans Fenster. Ihr Atem ging schneller. Eine Elfin stand dort und sah sie ruhig an.
Lynn rannte zur Haustür und riss diese auf. Ohne Mantel und ohne Schuhe lief sie in den Schnee und kaum, dass sie weit genug von der Tür entfernt war, stand die Elfin plötzlich vor ihr. Es war Aislinn. Lynn blieb abrupt stehen und die Elfin musterte sie kühl.

»Mein Kuss scheint nicht lange angehalten zu haben, es wundert mich nicht.«

»Was machst du hier?« ,fragte Lynn überrascht.

»Was tust du hier draußen in der Gegenwart einer Elfin?«

»Ich bin auch eine Elfin.«

»Gibt dir das die Sicherheit, vor mir in Sicherheit zu sein?« ,fragte Aislinn schief lächelnd.

»Nein, aber ich glaube nicht, dass du gekommen bist um mir Schaden zu zufügen.«

»Da hast du Recht.«

Aislinn griff plötzlich nach ihrer Hand und legte etwas in ihre Handfläche. Lynn öffnete ihre Hand und erblickte eine feine Halskette an deren Ende ein großer weißer Edelstein hing. Der Edelstein begann in ihrer Hand zu glühen und Aislinn sah zu ihr auf.

»Dann wurde die Linie nicht unterbrochen.« ,sagte sie keuchend.

»Lynn!« ,brüllte Zain plötzlich.

Aislinn entwendete ihr schnell die Kette wieder und Lynn sah sie an, während sie hörte wie Zain auf sie zu gerannt kam.

»Wir sehen uns.« ,flüsterte die Elfin, dann war sie mit dem Wind verschwunden.

Lynn sah an die Stelle an der Aislinn bis gerade noch gestanden hatte. Was hatte sie gemeint mit, die Linie war nicht unterbrochen? Lynn runzelte die Stirn und zuckte zusammen als Zain sie plötzlich herumdrehte und sie fest an den Oberarmen packte und sie leicht hin und her schüttelte.

»Was machst du?« ,rief er wütend und verzweifelt.

»Zain, du tust mir weh.« ,sagte sie und versuchte sich zu befreien.

Er hielt in seiner Bewegung inne und Lynn erkannte Panik in seinen Augen. Dann umarmte er sie und drückte sie fest an sich, während eine seiner Hände ihren Kopf an seine Brust drückte. So fest in seiner Umarmung spürte Lynn wie er vor Aufregung zitterte.

»Lynn, was wollte sie von dir?«

»Ich weiß es nicht.«

»Wieso bist du raus gegangen? Sie hätte dich entführen können. Die Winterwelt ist nicht so sicher wie du glauben magst. Dich zu verlieren würde das Ende bedeuten.« ,murmelte er.

»Warum sollten die Elfen mich entführen?« ,fragte sie jetzt verwirrt.

»Versprich mir sie nicht aufzusuchen.« ,flehte er.

Sie schluckte schwer und nickte dann. Langsam ließ er sie los und strich ihr durch die Haare. Er hatte wieder diesen sonderbaren Blick, wie vorhin. Irgendetwas stimmte mit ihm nicht.

»Was bedrückt dich?« ,wisperte sie leise.

Er lächelte sie gequält an und hauchte ihr dann einen Kuss auf die Stirn.

»Ich will nicht, dass dir etwas passiert. Bitte geh nicht mehr aus dem Haus ohne Begleitung von Sigurd, Bosco oder mir. Versprichst du mir das?«

»Ich soll dir ziemlich viel versprechen für einen Tag.« ,sagte sie scherzend.

»Ich meine es ernst.«

Lynn seufzte wieder und nickte dann langsam. Er griff nach ihrer Hand und zuckte dann zusammen.

»Deine Hand ist eiskalt.« ,murmelte er.

Überrascht blickte Lynn auf ihre Hand, welche einen leicht blauen Schimmer hatte.

»Elfenblut.« ,murmelte er und küsste dann ihre Hand.

Im selben Augenblick verschwand der bläuliche Schimmer und er lächelte sie an. Dann zog er sie sanft hinter sich her wieder zurück ins Haus.
5.12.14 18:39
 
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